Friscaldo - Logo - Home
Einzige Fachzeitschrift für Industrie-, Gewerbe-, Klimakälte und Wärmepumpen

Im Rahmen der vom Bund in Kraft gesetzten Stoffverordnung wurde ab Januar 1993 auch eine Verordnung rechtskräftig, wonach die Fachleute der Kältebranche verpflichtet wurden, sich einer besonderen Prüfung zu unterziehen und die Fachbewilligung für den Umgang mit Kältemitteln zu erwerben. Daniel Sommer lud zur letzten traditionellen Fachtagung nach Bern ein.

Die geladenen Gäste fanden sich im Kursaal Bern ein und fuhren anschliessend im Car zum IMAX nach Muri bei Bern. Dieses neue IMAX-Kino lässt das Publikum Filme auf eine völlig neue Art erleben. Das hochmoderne Projektionssystem von IMAX, das gestochen scharfe Bilder liefert, die massgeschneiderte Gestaltung des IMAX-Saals und das kraftvolle Digital Audio schaffen eine einzigartige Umgebung, die den Zuschauern das Gefühl gibt, mitten im Film zu sein. Doch die Gäste kamen nicht nach Muri, um sich einen Film anzuschauen. Roman Aebersold, Geschäftsführer BMS-Energietechnik Wilderswil, lüftete den Vorhang und informierte, wie gekühlt, klimatisiert und mittels Wärmepumpe geheizt und Warmwasser produziert wird. Der gemeinsame Besuch der imposanten Anlage lud zum Fachsimpeln ein.

Keine Angst vor der Zukunft!

Remo Meister, Verwaltungsratspräsident BMS-Energietechnik AG, gab einen Ausblick auf mögliche Herausforderungen der Zukunft, welche die Branche begeistern und/oder beschäftigen werden. Denn die Digitalisierung, neue Kältemittel, eine andere Verfahrenstechnik und völlig andere Arbeitsabläufe treffen jeden, lösen aber unterschiedliche Gefühle aus. Diese sicher nicht leichte Aufgabe wird mit vereinten Kräften zu lösen sein. Ein feines Zvieri rundete den «Kinobesuch» bestens ab. Nachher ging es zurück in den Kursaal Bern.

Rückblick Fachbewilligung

Daniel Sommer, welcher über die ganzen Jahre die Ausbildung leitete, präsentierte seinen Rückblick. Nach 27 Jahren soll nun also Schluss sein mit der Fachbewilligung Kältemittel, einer Schulung mit Prüfung, die der SVK damals ablehnte. In der Folge schloss das BAFU einen Vertrag mit Sommer ab. Der Plan für die Umsetzung der Schulung wurde überzeugend präsentiert. Einfach, praxisnah, methodisch zeitgerecht, primär motivierend und fesselnd, kostengünstig und immer mit dem Ziel, den Kursteilnehmer ins Zentrum aller Überlegungen zu setzen. Denn dieser ist nur halbwegs motiviert, diese Schulung über sich ergehen zu lassen, aber er wird vom ersten Kontakt an überzeugt, etwas Gutes zu tun – für die Umwelt, von der heute so viel die Rede ist. Das sei Patrick Goetz, Fachlehrer GIBB Bern, vom ersten bis zum letzten Tag über 27 Jahre lang gelungen, schwärmte Sommer.

«Vor über einem Jahr haben wir die Anregungen eingereicht, die Fachbewilligung zu optimieren. Die Rahmenbedingungen von 1992 haben sich stark verändert. Nebst den schriftlichen Fragen soll beispielsweise auch eine praktische Ausbildung in Ausschnitten eingefügt werden und man soll sich des Themas Propan besonders annehmen. Die Fachbewilligung wird bald anders aussehen und sich aus drei Komponenten zusammensetzen. Das ist gut so und ich habe mich gefreut, wie schnell das BAFU auf diese Vorstellungen eingegangen ist. Gleichzeitig findet eine Entschlackung statt.» Das Autogewerbe wird eine eigene Fachbewilligung durchführen, wusste Sommer weiter zu berichten.

Nun, es geht ja weiter. Fachbewilligungen für Kältemittel werden weiterhin verlangt und die Kurse werden ab nächstem Jahr vom SVK durchgeführt. Bis heute wurden etwa 25 000 Fachbewilligungen für Kältemittel ausgestellt. Sommer dankte an dieser Stelle verschiedenen Personen, welche diese stolze Zahl mit ihrem Einsatz erst möglich gemacht haben. Nach Abschluss seiner Rede wurde Daniel Sommer von Dr. Christoph Rentsch, ehemals BAFU, mit einem grosszügigen Präsent für seine Leistungen geehrt. Anschliessend ging es zum gemeinsamen Abendessen in den Saal Bellavista 2, mit einem grossartigen Ausblick auf die Stadt Bern und die Alpen.

Was ist die Fachbewilligung für Kältemittel?

Für den beruflichen oder gewerblichen Umgang mit Kältemitteln braucht es eine Fachbewilligung. Dies gilt vor allem beim Herstellen, Installieren, Warten oder Entsorgen von Geräten oder Anlagen, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen. Da auch die Entsorgung der Kältemittel mit zahlreichen Emissionsrisiken verbunden ist, wird auch dafür eine Bewilligung benötigt. In der Ausbildung erwerben die Teilnehmer fundierte Kenntnisse über den Kältekreislauf, die Kältemittel und Kälteöle sowie die ökologischen Aspekte. Am Ende des Kurses legen die Teilnehmer die Kältemittel-Fachprüfung ab. Da in der Kältebranche viele Umsteiger aus anderen Berufssparten tätig sind, ist die Fachbewilligung ein wichtiges Instrument, um den korrekten Umgang mit Kältemitteln sicherzustellen. Als Kältemittel werden Stoffe oder Zubereitungen bezeichnet, die in Geräten oder Anlagen mit Kältemaschinenprozessen, z. B. Kälteanlagen, Klimaanlagen, Kühlgeräten oder Wärmepumpen, Wärme von einer tieferen auf eine höhere Temperatur übertragen. Viele solcher Mittel können beim Austreten aus dem System bzw. beim Freiwerden in der Atmosphäre negative Folgen für die Umwelt verursachen. Die Auswirkungen dieser unerwünschten Emissionen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Treibhauseffekt, dem Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre, der Ozonbildung in bodennahen Luftschichten und der Verschmutzung von Gewässern.

Weitere Informationen:
fachbewilligung.ch