Friscaldo - Logo - Home
Einzige Fachzeitschrift für Industrie-, Gewerbe-, Klimakälte und Wärmepumpen

Das Programm Klimafreundliche Kälte hat sich im Marktsegment Supermärkte fest etabliert. Die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK geht nun einen Schritt weiter: Neben der Verlängerung des Programms bis 2030 werden ab sofort die Beitragssätze für den vorzeitigen Ersatz von HFKW-Kälteanlagen in Gewerbe und Industrie verdoppelt, für kleine Anlagen unterhalb der Leistungsgrenze der ChemRRV sogar verdreifacht. Neu wird auch das Engagement der Kältefachleute honoriert.

Der Einsatz von natürlichen Kältemitteln wie CO2, Ammoniak und Propan anstelle von klimaschädlichen HFKW-Kältemitteln trägt dazu bei, den Treibhausgas-Ausstoss der Kältetechnik in den Griff zu bekommen. Und oft geben Fördermittel den nötigen Anreiz, damit Anlagen mit klimaschädlichen Kältemitteln ersetzt werden, auch wenn sie noch gut und gern einige Jahre in Betrieb sein könnten.

 

Bereits über 4 Mio. Franken
an Fördermitteln ausbezahlt

So hat die Stiftung KliK im Rahmen des Programms Klimafreundliche Kälte, das 2015 gestartet ist, schon über vier Millionen Franken an Fördermitteln ausbezahlt. Die bereits in Betrieb genommenen geförderten Anlagen werden eine Reduktion von gut 40 000 Tonnen CO2 erzielen. Gleichzeitig wurden auch grosse Mengen an umweltschädlichen Kältemitteln fachgerecht entsorgt.

Die Fördermassnahmen griffen bisher vor allem beim vorzeitigen Ersatz von HFKW-Anlagen in Supermärkten. Besonders die Grossverteiler Migros und Coop haben das Förderprogramm der Stiftung genutzt und in den vergangenen Jahren massiv in den vorzeitigen Ersatz von HFKW-Kälteanlagen investiert. Die Fördermassnahme für Kleinanlagen mit natürlichen Kältemitteln wurde bisher vor allem durch Denner genutzt, welcher auf CO2-Boosteranlagen setzt.

Das totalrevidierte CO2-Gesetz nimmt die Treibstoffimporteure in die Pflicht. So wird die Stiftung KliK bis 2030 Kompensationsprojekte fördern. Es lag daher auf der Hand, das Programm Klimafreundliche Kälte entsprechend langfristig auszurichten und dadurch der Kältebranche Kontinuität zu bieten. Das bot die Gelegenheit, einen kritischen Blick auf die bisherigen Förderprojekte zu werfen. Das Fazit war rasch gezogen. Das Programm  Klimafreundliche Kälte ist bei den Supermärkten sehr erfolgreich. Hingegen gibt es beim vorzeitigen Ersatz von Anlagen in Industrie und Gewerbe noch Potential. Man hat erkannt, dass in diesem Bereich die Anreize (noch) zu wenig attraktiv sind. Aus diesem Grund entschied sich die Stiftung KliK, die Beitragssätze zu verdoppeln und so die Attraktivität für die Betreiber zu erhöhen.

 

Verdoppelung der Beiträge für Industrie und Gewerbe

In der Industrie und beim Gewerbe ist trotz des bisherigen Erfolgs des Programms noch grosses Potential vorhanden, da aufgrund der bisher tiefen Förderbeiträge nur wenige Anlagen vorzeitig ersetzt wurden. Mit der Verdopplung der Beitragsätze kann der Förderbeitrag im Schnitt etwa 20 Prozent der Investitionskosten abdecken. Je nach Anlagentyp kann der Beitrag aber auch wesentlich höher ausfallen. Die absolute Höhe hängt von der Füllmenge und vom ersetzten Kältemitteltyp ab und liegt typischerweise im Bereich von 100 000 bis 200 000 Franken. Zudem prüft das Programm eine Erweiterung der Förderaktivitäten auf HFO-Kältemittel ab 2019.

 

Zudem gilt weiterhin, dass die Anlagen

  • nicht älter als 20 Jahre alt sein dürfen,
  • noch mindestens fünf Jahre funktionstüchtig sein müssen und
  • eine Leistungsgarantie-Kälteanlage ausgefüllt wurde.

 

Das Modernisierungsprojekt muss zwingend vor dem Investitionsentscheid bei der Stiftung KliK eingereicht werden. Die Abgeltung berechnet sich nach Füllmenge und Art des Kältemittels in der Bestandsanlage.

 

Verdreifachung der Beiträge bei kleinen Kälteanlagen und CO2-Booster

Da der Bau von HFKW-Anlagen für kleine Kälteanlagen unterhalb der Leistungsgrenze der ChemRRV weiterhin erlaubt bleibt, braucht es hohe Anreize für klimafreundliche Kältelösungen. Deshalb verdreifacht die Stiftung KliK hier den Beitragssatz. Denn der Förderbeitrag lag bisher bei rund 10 Prozent der Mehrkosten einer CO2-Anlage gegenüber einer HFKW-Anlage. So kosten HFKW-Anlagen in diesem Leistungssegment zwischen 100 000 und 120 000 Franken. Eine CO2-Boosteranlage schlägt hingegen mit 150 000 bis 170 000 Franken zu Buche. Den Mehrkosten von 35 000 bis 45 000 Franken standen bisher Förderbeiträge von «lediglich» 3 500 Franken gegenüber – mit der Erhöhung steigt der Beitrag auf rund 10 000 Franken, was knapp 30 Prozent der Mehrkosten entspricht.

Für CO2-Boosteranlagen ist eine stark vereinfachte Anmeldung beim Programm Klimafreundliche Kälte möglich, die Abgeltung erfolgt pro Laufmeter Kühlmöbel. Bei anderen kleinen Anlagen mit natürlichen Kältemitteln prüft die Stiftung KliK die Anträge individuell. Um die Wirtschaftlichkeit zu vergleichen, muss beim Antrag jeweils eine Dokumentation einer Alternativanlage mit einem HFKW-Kältemittel eingereicht werden.

 

Engagement der Kältefachpersonen wird neu honoriert

Der Erfolg von technischen Förderprogrammen wie der des Programms Klimafreundliche Kälte hängt wesentlich davon ab, dass sie von den Fachorganisationen wie dem Schweizerischen Verband Kältetechnik SVK und dessen Mitgliedern mitgetragen werden. Die Kältefachpersonen – Planer wie auch Installateure – tragen entscheidend dazu bei, das Förderprogramm in den Markt zu tragen. Aus diesem Grund wird die Leistung der Kältefachleute neu honoriert. So erhalten sie für erfolgreiche Projekte eine Erfolgsprämie von je 400 Franken, die nach Prüfung und Genehmigung der eingereichten Projektdokumentationen durch die Stiftung ausbezahlt wird.

 

Förderkampagne 2019 für gewerbliche Bäckereibetriebe

Die Stiftung KliK lanciert Anfang 2019 eine Förderkampagne für gewerbliche Bäckereibetriebe, um das Programm Klimafreundliche Kälte in der Branche bekannt zu machen. Dazu stellt die Stiftung zusätzliche Mittel zur Verfügung, von denen innovative Betriebe profitieren sollen.

 

Weitere Informationen:

kaelteanlagen.klik.ch

Förderbeitrag online bestimmen:

kaelteanlagen.klik.ch/beitragsrechner

Gesuche auf der Website einreichen:

kaelteanlagen.klik.ch/login

Stiftung KliK kompensiert CO2-Emissionen

Die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK ist die branchenweite CO2-Kompensationsgemeinschaft im Rahmen des CO2-Gesetzes. Sie erfüllt im Auftrag der Mineralölgesellschaften, welche fossile Treibstoffe in den Verkehr bringen, deren gesetzliche Pflicht, einen Teil der bei der Nutzung der Treibstoffe entstehenden CO2-Emissionen zu kompensieren. Dazu fördert sie Projekte in der Schweiz, beispielsweise mit dem Programm Klimafreundliche Kälte, die den Ausstoss von Treibhausgasen reduzierten, und trägt so aktiv zu einem nachhaltigen Klimaschutz bei.

Das Programm Klimafreundliche Kälte fördert folgende
Modernisierungsmassnahmen:

Vorzeitiger Ersatz einer HFKW-Anlage

Anlagen, die mit natürlichen Kältemitteln betrieben werden,
um dadurch den durch Kältemittelverluste verursachten Treibhauseffekt zu vermeiden, können einen finanziellen Beitrag erhalten.

Neuanlagen unterhalb der Leistungsgrenze der ChemRRV

Den Bau von transkritischen CO2-Boosteranlagen auf kleinen -Verkaufsflächen mit weniger als 30m Kühlmöbel und weniger als 8kW -Tiefkühlleistung. Alternative Anlagenausführungen müssen vorgängig bezüglich Förderfähigkeit abgeklärt werden.