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Einzige Fachzeitschrift für Industrie-, Gewerbe-, Klimakälte und Wärmepumpen
SVK
08.02.2019 - Ausgabe: 01-2019

Aus dem Verband – Mit Elan ins 2019

Marco von Wyl


Ein ereignisreiches Verbandsjahr zeichnet sich ab. Nebst den üblichen Aufgaben wird 2019 geprägt durch die zwei Grossprojekte «Revision der Bildungsverordnungen für die Grundbildung» und «Inhaltliche Anpassung Fachbewilligung Kältemittel und Integration Fachbewilligung in den SVK». Auch die ChemRRV wird uns dieses Jahr beschäftigen.

Totalrevision Bildungserlasse

Die Bildungsverordnungen und Bildungspläne der Kälteberufe werden einer Totalrevision unterzogen. Die Anpassung der Abschlussprüfung bei den Kältesystem-Monteur/-innen ist die wesentlichste Änderung, welche sich derzeit abzeichnet. Angestrebt wird eine Abkehr von der heute praktizierten IPA. Ziel ist, dass die Monteur/-innen in Zukunft die Abschlussprüfung mit einer einheitlichen Prüfungsaufgabe wie «früher» gemeinsam absolvieren. Insgesamt sollen die Bildungspläne ausgeprägter nach Handlungskompetenzen formuliert werden. Für Lernende und Ausbildner werden die Dokumente verständlicher und klarer. Am 1. März 2019 werden ca. 20 Branchenvertreter die Entwürfe der Bildungspläne diskutieren und «schleifen». Voraussichtlich im Mai werden dann die Ausbildungsbetriebe und SVK-Mitglieder im Rahmen der Branchenvernehmlassung die Entwürfe prüfen und Stellungnahmen abgeben können.

«Inhaltliche Anpassung Fachbewilligung Kältemittel und Integration Fach­bewilligung in den SVK»

Vor mehr als 25 Jahren wurde die Fachbewilligung Kältemittel ins Leben gerufen. Die ursprüngliche Absicht war, Kältefachleute in Sachen Umweltschutz in die Pflicht zu nehmen. Seither gilt: «Wer beim Herstellen, Installieren, Warten oder Entsorgen von Geräten oder Anlagen, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen, beruflich oder gewerblich mit Kältemitteln nach Anhang 2.10 Ziffer 1 Absatz 1 ChemRRV umgeht, benötigt eine Fachbewilligung.» In diesem Sinne wurden seit Einführung mehr als 25 000 Personen geschult. Die Ausbildung, zu Beginn für Kältemonteure gedacht, wurde aufgrund der Einführung von Autoklimaanlagen vermehrt von Automobil-Fachpersonal absolviert. Heute ist die Fachbewilligung in die Grundausbildung der Kälte- und der Automobilfachleute integriert. Folglich handelt es sich bei den heutigen Absolvent/-innen mehrheitlich um Quereinsteiger/-innen in die Branche. Nach 25 Jahren ist es an der Zeit, die Ausbildung grundsätzlich zu überdenken. Die Erfahrungen zeigen, dass die Bedürfnisse des Autogewerbes nicht deckungsgleich mit jenen der Kältebranche sind. Weiter ist festzustellen, dass die Absolvent/-innen als Quereinsteiger/-innen über keine kältetechnischen Kenntnisse verfügen. Aus diesen zwei Gründen zeichnen sich nun die folgenden wesentlichen ­Veränderungen ab:

  • Trennung der Fachbewilligung Kältemittel in eine Fachbewilligung «Automobil» und eine Fachbewilligung «stationäre Kälteanlagen»
  • Ergänzung der heutigen ausschliesslich theoretischen «Umweltausbildung» durch eine praktische «Technikausbildung»

Ziel der Trennung zwischen «Automobil» und «Technik» ist, die jeweiligen Ausbildungen spezifischer auf die Branchenbedürfnisse abzustimmen. Mit Einführung der praktischen «Technikausbildung» soll sichergestellt werden, dass die Absolvierenden nicht nur um die Gefahren und Risiken der Kältemittel wissen, sondern tatsächlich ein Kältesystem ohne Kältemittelverluste entleeren und befüllen können. Mit dieser Massnahme sollen Kältemittelverluste vermindert und das Ausbildungsniveau der Quereinsteiger/-innen angehoben werden.

Seit Beginn an wird die Fachbewilligungsstelle tadellos durch Daniel Sommer respektive die Frio-Services GmbH in Maur geführt. Der SVK-Vorstand beschloss gemeinsam mit Daniel Sommer, dass es diesbezüglich zu einer Änderung kommen soll. Ab dem 1.1.2020 und somit ab geplanter Einführung der angepassten Ausbildung wird die Fachbewilligungsstelle der SVK-Geschäftsstelle angegliedert. Derzeit laufen erste Vorbereitungsarbeiten.

Revision ChemRRV und Stand der Arbeiten

Die Vernehmlassung für die Revision der ChemRRV ist abgeschlossen. Der SVK hat dazu im Herbst 2018 beim Bundesamt für Umwelt eine Stellungnahme abgegeben. An einer Bereinigungssitzung mit Branchen- und Behördenvertretern konnten die Differenzen diskutiert und Kompromisse gefunden werden. Die revidierte ChemRRV wird im Juni 2019 in Kraft gesetzt. Einzelne Bestimmungen zu Kältemitteln sollen erst ab Januar 2020 gelten. Gleichzeitig mit den Regelungen der ChemRRV wird auch die sich derzeit in Revision befindende Vollzugshilfe «Anlagen und Geräte mit Kältemitteln: Betrieb und Wartung» veröffentlicht. Darin werden die Vorgaben bezüglich Dichtigkeitskontrolle und Meldepflicht konkretisiert. An der SVK-Generalversammlung vom 9. Mai 2019 wird ein Vertreter des BAFU zum Thema ChemRRV und Vollzugshilfen informieren und Fragen beantworten.

Nebst den zwei Grossprojekten sind viele weitere Aktivitäten und Arbeiten geplant.

Ein Auszug:

  • Vorbereitung der Fachvorgesetzten und Experten für die Lehrabschlussprüfungen.
  • Durchführung zahlreicher ­Weiterbildungskurse: svk.ch/kurse
  • Generalversammlung 9. Mai 2019 mit Kurzreferaten
  • Aufbau Flüssiggas-Ausbildung, Durchführung erste Kurse und Prüfungen im 2. Halbjahr
  • Intensivierte Nachwuchswerbung via Social Media
  • Entwicklung eines Hilfsmittels für die ­Umsetzung der SN EN 378 (Digitaler Entscheidungsbaum)
  • Swiss Cooling Expo am 5. Dezember 2019 in Fribourg, inklusive ­Berufsmeisterschaften

 

 

Swiss Cooling Expo

Nicolas Hubert von der Westschweizer Sektion ASF leitet das Organisations-Komitee der Swiss Cooling Expo.

Am 5. Dezember 2019 wird in Fribourg zum dritten Mal die Swiss Cooling Expo stattfinden. Dieser Anlass bringt die wichtigsten Akteure der Kälte-, Lüftungs-, Klima- und Wärmepumpen-Branche zusammen. Nicolas Hubert von der Westschweizer Sektion ASF leitet das Organisations-Komitee. Unterstützt durch sein Team hat er bereits mit den Vorbereitungen begonnen. Ein guter Zeitpunkt für erste Infos.

Was dürfen Besucher und Aussteller an der Swiss Cooling Expo 2019 erwarten?

Die SCE ist der mit Abstand grösste Anlass der Branche. Hersteller und Händler präsentieren in der Ausstellung ihre Produkteneuheiten. An Fachreferaten erfahren Besucher die aktuellsten Infos zu Themen, welche die Branche derzeit bewegen. Ein besonderes Highlight sind die Berufsmeisterschaften, welche im Rahmen der Expo stattfinden.

Warum lohnt es sich als Aussteller mit dabei zu sein und die Firma und die Produkte zu präsentieren?  

Wir rechnen mit deutlich mehr als 600 Besuchern an diesem Anlass, vorwiegend Schweizer Kältefachleute. An diesem einen Tag können die Aussteller sehr viele Entscheidungsträger von Planungs- und Montagefirmen ansprechen und auch die Kontakte zu bestehenden Kunden pflegen. Die Swiss Cooling Expo ist somit eine kostengünstige und wirkungsvolle Marketing- und Netzwerkmöglichkeit.

Wie können sich Interessenten einen Standplatz sichern?

Die Ausstellerinformationen und das Reservationsformular sind unter ­swisscoolingexpo.­ch zu finden. Aber auch die Geschäftsstelle des SVK gibt Interessenten gerne Auskunft. Bei den Anmeldungen gilt: first come first serve. Interessenten sollten sich rasch melden. Die Anzahl Stände ist begrenzt und je früher gebucht wird, desto besser können wir die Platzierungswünsche berücksichtigen.

Und was müssen die Besucher zum jetzigen Zeitpunkt wissen?

Am wichtigsten ist im Moment, sich den 5. Dezember 2019 zu reservieren. Informationen zum Detailprogramm und zum Ticketing folgen in den nächsten Monaten via SVK-News und sicherlich auch wieder via friscaldo. Freuen Sie sich auf einen tollen Anlass.

Korrekte Entsorgung von Kältemitteln

Obwohl die meisten Kältefachleute die Regeln bei der Entsorgung von Kältemitteln beherrschen und einhalten, gibt es dennoch vereinzelte Berichte von Verstössen. Daher hier noch einmal kurz und bündig, was zu tun ist: Nicht mehr benötigte Kältemittel in Geräten oder Anlagen müssen abgesaugt und fachgerecht entsorgt werden. Das einfache Ablassen von Kältemitteln in die Luft ist strafbar und schädigt die Ozonschicht bzw. trägt zur Klimaerwärmung bei. Ozonschichtabbauende Kältemittel (z. B. R22) oder in der Luft stabile Kältemittel (z. B. R134a) zählen als Sonderabfall. Eine korrekte Zerstörung erfolgt unter anderem in Anlagen zur thermischen Behandlung. Firmen, die eine fachgerechte Entsorgung durchführen, findet man unter der Eingabe des Abfallcodes 140601 auf veva-online.admin.ch Betriebe Suche nach «Entsorgungsunternehmen [S]». Auskünfte zur Regelung von Kältemitteln erteilt das BAFU unter chemicals@bafu.admin.ch.